Jury 2020

MAX ANNAS

Der Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Max Annas, wurde bereits für seine Romane „Die Farm“, „Die Mauer“, „Finsterwalde“ und jüngst für „Morduntersuchungskommission“ mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. All seinen Werken gemeinsam ist die Auseinandersetzung mit Rassismus und der Konstruktion des Anderen, sei es in Südafrika, Berlin oder der DDR. Seinem aktuellen Buch liegt der wahre Fall des bis heute nicht restlos aufgeklärten Mordes an dem Mosambikaner Antonio Manuel Diogo zugrunde, der 1986 in einem Zug zwischen Berlin und Dessau grausam getötet wurde. Annas wagt sich an ein dunkles und immer noch tabuisiertes Kapitel deutscher Geschichte: rassistische und rechtsradikale Gewalt in der DDR.

Foto: © Michele Corleone

SASCHA ARANGO

Als Mann, der den „Tatort“ neu erfand, bezeichnete ihn eine Zeitung, und tatsächlich gehört der 1959 in Berlin geborene Sascha Arango zu den begehrtesten Drehbuchautoren in Deutschland. Der Sohn eines Kolumbianers und einer Deutschen wurde bereits vielfach ausgezeichnet, u. a. zweimal mit dem Grimme-Preis. In seinen „Tatort“-Geschichten wird weniger ermittelt, wer die Tat begangen hat, als vielmehr das Motiv enthüllt. Seine Krimis seien „innere Ermittlungen der Seele“. Beim Deutschen FernsehKrimi-Festival 2019 wurde dies mit dem Darstellerpreis für Katrin Wichmann im „Tatort – Borowski und das Glück der Anderen“ gewürdigt, für den er das Drehbuch schrieb.

Foto: © C. Bertelsmann

FELIX KLARE

Felix Klare, geb. 1978, war an verschiedenen Theatern engagiert, u. a. am Maxim Gorki Theater in Berlin, dem Schauspielhaus Hamburg und am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Seit 2008 ist er einem breiten TV-Publikum als Hauptkommissar Sebastian Bootz im Stuttgarter Ermittlungsteam des „Tatort“ bekannt und war u. a. in den Fernsehproduktionen „Bis nichts mehr bleibt“ (2010), „München – Das Attentat“ (2012) und „Der Wagner-Clan“ (2013) zu sehen. Jüngst drehte er mit Regisseur Sebastian Ko „Kein einfacher Mord“ und „Wahrheit oder Lüge“ unter der Regie von Lars Becker.

Foto: © Stefan Klüter

CHIARA SCHORAS

Chiara Schoras, geb. 1975, studierte Tanz, Gesang und Schauspiel. 2002 gelang ihr der Durchbruch in der Kinoproduktion „Vaya con Dios“, für den sie mit dem Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Nachwuchsdarstellerpreis geehrt wurde. Zahlreiche Filmauftritte folgten, u. a. in „Rosa Roth“, „Tatort“ und „Kommissar Dupin – Bretonisches Gold“. Von 2010 bis 2012 spielte sie die Hauptrolle der Kriminaloberkommissarin Leonie Bongartz in der TV-Krimiserie „Countdown – Die Jagd beginnt“. Seit 2015 ist sie außerdem in der Serie „Der Bozen-Krimi“ in der Hauptrolle als Frau Commissario Sonja Schwarz zu sehen.

Foto: © Marcus Hoehn

BELINDE RUTH STEVE

Belinde Ruth Stieve – Hamburgerin, Schauspielerin, Ideengeberin – gab ihr Krimidebüt im ersten Film der Pfarrer-Braun-Reihe mit Ottfried Fischer, gewann den Publikumspreis im Wettbewerb „Tatort: Oldenburg“ als Kommissarin Ella Sturm und brachte in der „SOKO Wismar“ einen Polizisten zur Verzweiflung. Seit 2013 ermittelt sie nebenbei in Sachen Gender und Diversität in der Filmbranche, u. a. für ihren Blog „SchspIN – Gedanken einer Schauspielerin“, und erfand 2016 die Methode NEROPA Neutrale Rollen Parität.

Foto: © Dagmar Morath