Zoë Beck: „Wie die Spielbank baden ging“

Sonntag, 08.03.2020, 19.30 Uhr
Polizeipräsidium Westhessen 

Zoë Beck, die Krimistipendiatin von 2019, nutzte ihren einmonatigen Aufenthalt in Wiesbaden für die Entwicklung eines Kurzkrimis, einer absurden Geschichte rund um den idyllischen Kurpark und die unterirdischen Bäche der Landeshauptstadt. Bei Reparaturarbeiten wird versehentlich eine Thermalquelle unterhalb der Spielbank freigelegt. Die Folgen sind verheerend, der Casinobetrieb bald wegen der austretenden Wassermassen nicht mehr möglich. Eine Umwidmung des Gebäudes in ein Badehaus scheint unausweichlich. In den Hauptrollen erleben wir eine Buchmacherin sowie eine Leiche, die im schwefeligen Wiesbadener Quellwasser gefunden wird. Auch die grün gefiederten Halsbandsittiche mit ihrem markanten Geschrei und ihren unverwechselbaren Stoffwechselendprodukten haben ihren Auftritt.

Zoë Beck, geboren 1975, ist vielfach ausgezeichnete Krimiautorin, literarische Übersetzerin sowie Dialogbuchautorin und Dialogregisseurin. Zusammen mit Jan Karsten leitet sie den CulturBooks-Verlag. Im Juni 2020 erscheint ihr neuer Roman „Paradise City“.

Foto: © Victoria Tomaschko

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Villa Clementine und des Polizeipräsidiums Westhessen

Die lange Fernsehkrimi-Nacht

Samstag, 07. März 2020, ab 18.00 Uhr

Krimifans aufgepasst! Es ist wieder soweit: Alle zehn Wettbewerbsfilme bieten wieder spannende Kriminalfälle zur Auflösung in nur einer Nacht. Für leibliche Stärkung, Getränke und Nervennahrung sorgt die Kino-Bar rund um die Uhr.

SAMSTAG, 07. MÄRZ 2020
18.00 – 19.30 Uhr Tage des letzten Schnees ZDF
19.40 – 21.10 Uhr Tatort – Das Nest MDR
21.20 – 22.50 Uhr Der Gute Bulle – Friss oder stirb ZDF / ARTE
23.00 – 00.30 Uhr Todesfrist – Nemez und Sneijder ermitteln SAT.1

SONNTAG, 08. MÄRZ 2020
00.40 – 02.10 Uhr Tatort – Tschill Out NRD
02.20 – 03.50 Uhr Das Gesetz sind wir ZDF
04.00 – 05.30 Uhr Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn BR
05.40 – 07.10 Uhr Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen NDR
07.20 – 08.50 Uhr Das dunkle Paradies ORF / ZDF
09.00 – 10.30 Uhr Tatort – Die Guten und die Bösen HR

Das Geheimnis des grünen Hügels

Samstag, 07. März 2020, 15.00 Uhr,
Caligari FilmBühne

Wiederholung:
Sonntag, 08. März 2020, 15.00 Uhr
Caligari FilmBühne

Koko und seine Freunde verbringen die Sommerferien am Ufer des Sees in der Nähe des beschaulichen Örtchens Green Hill, wo plötzlich merkwürdige Dinge geschehen: Diebe treiben ihr Unwesen und lassen Rasenmäher, Fahrräder und alles, was wertvoll aussieht, verschwinden. Die Polizei kommt in dem Fall nicht recht voran; viel zu sehr wird sie von den gegenseitigen Beschuldigungen der Erwachsenen aufgehalten. Also muss der junge Detektiv Koko wieder einmal selber ran und gemeinsam mit seinen Freunden den Einbrecher zur Strecke bringen.

Basierend auf Ivan Kušans Kinderbuch „The Mystery Of Green Hill“ von 1956, beginnt der Film zunächst unheimlich, die Suche nach dem Täter wird jedoch auf liebenswert-nostalgische Art mit viel „Bullerbü“-Touch geschildert.

Foto: © Kinoama Zagreb/Der Filmverleih

KRO 2017 / 81 min. / Regie: Čejen Černić / Buch: Hana Jušic, nach dem Kinderroman von Ivan Kušan/ Cast: Marko Tocilj, Alex Rakoš, Jan Pentek, Tin Gregorić, Jakov Piljek u.a.

Deutscher FernsehKrimi-Preis


Freitag, 06. März 2020, 20.00 Uhr
Einlass ab 19.30 Uhr
Caligari FilmBühne

Hinweis: Im Rang kann es zu Sichtbehinderung kommen

Bereits zum 16. Mal findet in der Caligari FilmBühne die Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises statt. 1000 Liter köstlichen Weins vom Weingut Ott warten auf die Gewinnerproduktion. Neben dem Hauptpreis ermittelt die Fachjury aus den zehn Wettbewerbsfilmen auch drei Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen. Außerdem ehrt die Jury des „Wiesbadener Kuriers“ den Träger des Publikumspreises 2020, die Jury des Serienwettbewerbes zeichnet die beste Krimi-Serie des Jahres aus und der oder die Gewinner*in des Nachwuchs-Drehbuchwettbewerbes werden bekanntgegeben.

Die Preisverleihung wird von Rainer Maria Jilg moderiert und musikalisch vom Alternative Pop-Duo Nosoyo begleitet. 

True Crime-Doku-Abend

TRUE CRIME-DOKU-ABEND
Donnerstag, 05. März 2020, ab 19.00 Uhr
Krypta Marktkirche Wiesbaden

Rechter Terror in Neukölln? – Der Fall Burak Bektas

PREMIERE
Donnerstag, 5. März 2020, 19.00 Uhr

Expertengespräch mit Andrea Röpke (Diplom-Politologin und freie Journalistin mit dem Themenschwerpunkt Rechtsextremismus) und Mehmet Daimagüler (Rechtsanwalt), Moderation Petra Boberg

Burak Bektas ist am 4. April 2012 mit Freunden unterwegs, als er um 1.15 Uhr auf offener Straße in Berlin von einem maskierten Mann aus nächster Nähe erschossen wird. Der Verdacht steht im Raum, dass der junge Mann Opfer einer rechtsextremen Tat geworden ist. Wird nachlässig ermittelt? Gibt es Verbindungen zum NSU? Mehmet Daimagüler, der Anwalt von Familie Bektas, wirft der Polizei vor, nicht ausreichend ermittelt zu haben.

Foto: © Markus Müller

D 2020 / ZDFinfo / 45 min. / ein Film von Carla Röthig

Der Mordfall Lübcke und rechter Terror in Deutschland

Donnerstag, 05.03.2020, 20.15 Uhr

Der Mord an Walter Lübcke gilt als Zäsur in der bundesrepublikanischen Geschichte: Erstmals ermordete ein Rechtsextremer offenbar gezielt einen Politiker. Die Doku zeigt die enge Verbindung des mutmaßlichen Haupttäters in die rechtsextreme Szene und rückt die These vom Einzeltäter in ein neues Licht. Parallelen zur Mordserie des NSU scheinen offensichtlich. Auch sie töteten ihre Opfer aus nächster Nähe per Kopfschuss und agierten nach der Strategie des „führerlosen Widerstandes“ – ein Konzept, das in gewaltbereiten Neonazi-Kreisen propagiert wird. Der Mord an Walter Lübcke passt in dieses Muster.

Foto: © Hanne Schweiger

D 2019 / NDR & WDR & MDR / 45 min. / ein Film von Stella Peters

Rechtsrock in Deutschland – Das Netzwerk der Neo-Nazis

Donnerstag, 05.03.2020, 21.00 Uhr

Die Zahl rechtsextremer Konzerte und Festivals in Deutschland steigt stetig. Allein 2018 besuchten mehr als 35.000 Menschen große Rechtsrock-Veranstaltungen. Neonazis nutzen sie zur massenhaften Verbreitung ihrer Ideologie und als lukrative Einnahmequelle. Das bisher größte Festival in Thüringen sorgte 2017 bundesweit für Schlagzeilen: 6000 Neonazis feierten ungestört bei „Rock gegen Überfremdung“. Die Doku analysiert die Netzwerke und nimmt Labels wie Produzenten in den Blick. Gefragt wird aber auch, ob der Rechtsstaat solche Veranstaltungen aushalten muss oder ob seine Instrumente nicht ausreichend genutzt werden?

Foto: © Detlef Müller

D 2019 / ZDFinfo / 45 min. 

Der Schneegänger

Mittwoch, 04. März 2020, 20.00 Uhr
Murnau-Filmtheater

Filmgespräch mit Autorin Elisabeth Herrmann und Produzent Dietrich Kluge (Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH)

Der kleine Darijo wird entführt – doch alle Ermittlungen laufen ins Leere. Zwei Jahre später wird er tot aufgefunden. Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring und die junge Polizistin Sanela Beara ermitteln in der Villa der einflussreichen Unternehmerfamilie Reinartz, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat. Inzwischen ist sie mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber verheiratet und zur Hausherrin aufgestiegen. Ihr Ex-Mann Darko lebt in den Wäldern Brandenburgs und hegt einen unstillbaren Hass gegen seine Exfrau und ihren neuen Mann. Während Sanela und Gehring versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, offenbart sich ihnen ein Abgrund von verletzten Gefühlen, Enttäuschungen und Egoismus. Ein Strudel, von dem der kleine Darijo verschlungen wurde.

Foto: ©ZDF/Britta Krehl

D 2020 / ZDF / 90 min. / Regie: Josef Rusnak / Buch: Elisabeth Herrmann nach ihrem gleichnamigen Roman, Josef Rusnak / Cast: Nadja Bobyleva, Max Riemelt, Stipe Erceg, Edita Malovcic, Bernhard Schir, Emil Belton u.a.

Krimi im Doppelpack

Sonntag, 01. März 2020, ab 18.30 Uhr
Caligari FilmBühne

Polizeiruf 110 – Kreise

Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels und seine Kollegin Constanze Hermann werden zu einem bizarr inszenierten Tatort gerufen: Die Eigentümerin einer Möbelmanufaktur wurde gemeinsam mit ihrem Schoßhündchen ermordet. Bald schon gerät der Ex-Mann des Opfers in den Fokus der Ermittlungen, doch das Ermittlerduo kommt nur schleppend voran: Alle Verdächtigen haben einwandfreie Alibis, Verdachtsmomente können sich nicht erhärten und die Beweislage ist unzureichend. Von Meuffels und Hermann drehen sich im Kreis.

Foto: © BR/Christian Schulz

D 2015 / BR / 90 min. / Regie und Buch: Christian Petzold / Cast: Barbara Auer, Matthias Brandt, Justus von Dohnány, Luise Heyer u.a.

Tatort – Die Nach gehört dir 

Geschäftsfrau Babs Sprenger war in verschiedenen Foren zur Partnersuche aktiv. Sie stirbt an ihrem Geburtstag durch zwei Stiche ins Herz. Das Tatwerkzeug, ein Sushi-Messer, findet sich gereinigt in der Spülmaschine, ansonsten weist die Wohnung keinerlei Spuren auf. Als die Kollegin des Opfers Theresa Hein von Hauptkommissarin Paula Ringelhahn und ihrem Kollegen Felix Voss zur Tat befragt wird, gesteht sie sofort – zum Motiv jedoch schweigt sie. Was hat sie zu verbergen?

Foto: © BR/Hager Moss Film GmbH/Hendrik Heiden

D 2020 / BR / 90 min. / Regie: Max Färberböck / Buch: Max Färberböck und Catharina Schuchmann / Cast: Dagmar Manzel, Fabian Hinrichs, Anna Tenta, Anja Schneider u.a.

2. Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals

Sonntag, 01. März 2020, 18.00 Uhr
Caligari FilmBühne

Hinweis: Im Rang kann es zu Sichtbehinderung kommen

Ihre Schauspielkunst ist herausragend, wofür sie bereits vielfach ausgezeichnet wurden, u. a. mit Grimme-Preisen, dem Deutschen Filmpreis und der Goldenen Kamera. Barbara Auer und Matthias Brandt zählen zu den renommiertesten Schauspielerinnen und Schauspielern Deutschlands. Als Ermittlerduo und fragiles Liebespaar in den „Polizeiruf 110“-Folgen „Kreise“, „Wölfe“ und „Tatorte“ bleiben sie unvergessen. Als Hanns von Meuffels spielt Matthias Brandt einen ungewöhnlichen Kommissar, einen „der sich in die Seelen der Täter versetzt, zuhört, begleitet und somit der Wahrheit als Kavalier die Türen aufhält“ (BR-Redakteurin Cornelia Ackers). Barbara Auer fasziniert an der Rolle seiner Kollegin Constanze Hermann vor allem, „wie autonom sie ihr Leben lebt, mit all seinen Abgründen, dem Alkohol, der Einsamkeit, den Enttäuschungen und ihren Sehnsüchten“.

Begründung: Barbara Auer und Matthias Brandt sind ein melancholisches Liebespaar. In einer Serie. In einer Krimiserie. Und die beiden sind es so sehr, dass ihre Liebe den Krimi leuchten und strahlen lässt und über ihn als Genre hinausweist. Ihre drei gemeinsamen „Polizeirufe“, von Christian Petzold inszeniert, sind Kriminalfilme in Vollendung und zeigen uns eine düstere Welt, in der ein Ermittlerpaar der menschlichen Sehnsucht trotz allem eine Stimme verleiht. Zwei herausragende Schauspieler, unvergessliche „Polizeiruf 110“-Folgen – Barbara Auer und Matthias Brandt erhalten 2020 den Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals Wiesbaden.

Foto: © BR/Christian Schulz

Neben den Preisträger*innen werden der Regisseur Christian Petzold und Cornelia Ackers anwesend sein. Im Anschluss wird „Polizeiruf 110 – Kreise“ gezeigt.

Heidi Schade: „Die Macht der Hände“

Vernissage: Sonntag, 01. März 2020, 17.00 Uhr
Foyer Caligari FilmBühne

Hände hinterlassen nicht nur aufgrund ihrer Fingerabdrücke eine verräterische Spur. Ob Nervosität, Angst oder Freude: Hände sind sprechende Werkzeuge, die Gefühle widerspiegeln, und nur sehr selten können wir sie daran hindern, unser Unterbewusstsein zu offenbaren. Ein Zittern, feuchte Handflächen oder auch nur eine fahrige Geste verraten früher oder später fast jeden bzw. jede Täter*in. Mit „Die Macht der Hände“ hat sich die Mainzer Fotografin Heidi Schade auf Spurensuche begeben. Momentaufnahmen von Händen in unterschiedlichen Alltagssituationen haben sie schon immer fasziniert. Ihr sind dabei bildstarke Fotos gelungen, die zum Erkunden unserer Hände einladen.

Foto: © Heidi Schade

Die Vernissage wird eröffnet von Dr. Barbara Hendricks, MdB.

Max Annas

Auftakt Wiesbadener Krimimärz
Max Annas: „Morduntersuchungskommission“
Donnerstag, 27. Februar 2020, 19.30 Uhr
Literaturhaus Villa Clementine

In seinem fünften Roman „Morduntersuchungskommission“ greift der diesjährige Krimistipendiat Max Annas den realen Fall des ungeklärten Mordes an einem Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR des Jahres 1986 auf und siedelt seine Fiktionalisierung 1983 an. Gegen alle Widerstände ermittelt Oberleutnant Otto Castorp für die Morduntersuchungskommission, bis ihm der Fall vom Ministerium für Staatssicherheit entzogen wird – weil es nicht geben kann, was es nicht geben darf: rassistisch motivierte Morde im sozialistischen „Arbeiter- und Bauernstaat“. Eindrücklich zeichnet Annas in seinen Romanen die Auswirkungen politischer Herrschaftsstrukturen auf die Bevölkerung eines Landes nach, sei es in „Die Farm“ (2014) und „Die Mauer“ (2016), die sich mit Apartheid in Südafrika beschäftigen, oder in „Illegal“ (2017), der von der prekären Existenz Geflüchteter in Berlin erzählt, oder in „Finsterwalde“ (2019), der in einer dystopischen Zukunft spielt.

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Villa Clementine

Foto: © Michele Corleone

12.–17.3.2019