
Panel und Drehbuchwettbewerb:
Donnerstag, 7.5.2026, 18:00
Caligari FilmBühne
Eintritt frei
Die Zahl rechtsextremer Straftaten hat in den vergangenen Jahren deutschlandweit neue Höchststände erreicht. Migrantische, religiöse und sexuelle Minderheiten werden zu Feindbildern erklärt, demokratisches Engagement gerät zunehmend ins Visier von Gewalt und Hass. Rechtsextreme Bewegungen dringen erfolgreich in Jugendkulturen und digitale Räume wie Chatgruppen ein.
Mehr als 60 Nachwuchsautor*innen haben für den Drehbuchwettbewerb „Tatort rechtsaußen“ teils sehr persönliche Ideen für Filme und Serien eingereicht. Vier nominierte Stoffe werden nun live in der Caligari FilmBühne von prominenten Lesepat*innen und in Anwesenheit der Autor*innen vorgestellt.
Doch vorher müssen wir reden: über die realen Bedrohungen durch Rechtsextremismus und über Wege der filmischen Auseinandersetzung mit dem Thema – einschließlich der Herausforderungen, die damit einhergehen.
IM GESPRÄCH

TAHERA AMEER
Tahera Ameer ist Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung und arbeitet seit 2005 zu Themen wie Antisemitismus und Rassismus. Ehrenamtlich ist sie in mehreren Vereinen für Erinnerungskultur, kulturelle Bildung und migrantischen Feminismus aktiv.
Foto: © Peter van Heesen

LAILA STIELER
„Mitten in Deutschland: NSU – Die Opfer – Vergesst mich nicht“, „In Liebe, Eure Hilde“, „Polizei“: Laila Stieler ist eine der renommiertesten Drehbuchautorinnen Deutschlands. 2022 erhielt sie für „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ den Silbernen Bären.
Foto: © Andreas Höfer

MELVINA KOTIOS
Melvina Kotios ist seit 2020 Teil des Kleinen Fernsehspiels und betreute dort zuletzt Produktionen wie die 2025 mit dem Grimme-Preis prämierte Serie „Uncivilized“ sowie Filme wie „Staatsschutz“, der im Februar 2026 Premiere in der Sektion Panorama auf der Berlinale feierte.
Foto: © Jason Sellers
DIE NOMINIERUNGEN
RUNA
Idee für einen Spielfilm von Hannah Horsten

Eine junge Frau beobachtet den Mord an einer Obdachlosen und stößt auf ein Netzwerk aus Polizei, Sprache und Wegsehen, das rechts extreme Gewalt als tragischen Einzelfall verschwinden lässt.
Lesepatin: Schauspielerin Abak Safaei-Rad („Futur Drei“, „Tatort“)
Foto: © Tim Hoppe
SIE KÜSSEN UND SIE SCHLAGEN UNS
Idee für eine Miniserie von Malte Thomsen

Ein anonymes Neonazi-Netzwerk lockt homosexuelle Männer mit Fake-Profilen in die Falle, um sie zu demütigen, auszurauben und zusammenzuschlagen – darunter der 11-jährige Leon, der sich beweisen will.
Lesepate: Schauspieler Samir Salim („Softies“, „ 4 Blocks Zero“)
Foto: © Mateo Ibarra
FREMDE NÄHE
Idee für eine Miniserie von Anna Xian

Nach Jahren von Ermittlungsarbeit gegen rechte Strukturen in Berlin kehrt die lesbische Kriminalkommissarin Linh in ihre sächsische Heimatstadt zurück. Bald ermittelt sie im Fall eines verschwundenen deutsch-chinesischen Schülers.
Lesepatin: Trang Le Hong („Wir sind jung. Wir sind stark.“, „Club Las Piranjas“)
Foto: © privat
WÖLFE
Idee für eine Miniserie von Aykut Kayacık

Zwei verdeckte Ermittlerinnen infiltrieren parallel die türkischen Grauen Wölfe und die deutsche Neonazi-Szene. Ohne voneinander zu wissen, arbeiten sie sich an die Spitze – bis beide Szenen eine Allianz schmieden.
Lesepate: Schauspieler Şahin Eryılmaz („Skylines“, „Theresa Wolff – Der Thüringenkrimi“)
Foto: © Sven Serkis
